Auftrag oder Werkvertrag kündigen — sauber trennen
Als Selbstständige/r ein Auftragsverhältnis beenden — ordentlich oder in Ausnahmefällen fristlos? Dieses Musterschreiben hält die Form, bietet einen sauberen Übergang und kündigt die letzte Rechnung an.
Das Musterschreiben (ordentliche Kündigung)
Fristen: Was gilt ohne Vertragregelung?
Ohne ausdrückliche Vereinbarung gilt bei Dienstverträgen die gesetzliche Regelung: Kündigung mit kurzer Frist — beim Dienstvertrag (§ 621 BGB) je nach Laufzeit 14 Tage zum Monatsende (bei monatlicher Vergütung) oder sofort bei higherer Vergütungsfrequenz. Werkverträge enden mit Abnahme; eine Kündigung vor Abnahme ist nur unter engen Voraussetzungen möglich. Klartext: Bei laufenden Projekten mit klaren Meilensteinen ist eine einvernehmliche Beendigung mit Übergabe meist der bessere Weg — rechtlich sicherer und reputationsfreundlicher.
Fristlos: Wann geht das?
Ein wichtiger Grund (z. B. Zahlungsverzug über erhebliche Zeiträume trotz Mahnung, schwere Vertrauensbrüche) kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen — aber die Hürde ist hoch und die Beweislast liegt beim Kündigenden. Im Muster einfach die einleitende Zeile ersetzen durch: „hiermit kündige ich das Auftragsverhältnis aus wichtigem Grund fristlos zum ______________. Der wichtige Grund liegt in ______________." Und vorher rechtlich absichern.
Goodwill-Trennung: Der unterschätzte Hebel
- Übergabe-Angebot zeigt Professionalität — gerade wenn der Kunde enttäuscht ist.
- Schlussrechnung fair und transparent: Keine neuen Arbeiten anfangen, die nicht mehr abgenommen werden können.
- Netzwerk denken: Der Kunde wechselt die Firma, die Empfehlung wirkt weiter.
- Kein emotionaler Ventil-Brief: Erst eine Nacht drüber schlafen, dann absenden.